eBook verkaufen: Welcher Zahlungsabwickler passt zu dir?

Christoph Erkens
Christoph Erkens

eBook verkaufen: Welcher Zahlungsabwickler passt zu dir?

In diesem Artikel zeige ich dir aus meiner persönlichen Erfahrung, welchen Zahlungsabwickler ich 2026 empfehlen kann zum Verkauf von eBooks und digitalen Infoprodukten.

Du hast dein eBook fertig. Oder bist kurz davor. Und jetzt fragst du dich: Wie kommt das Ding eigentlich zu den Menschen, die es kaufen – und wie kommt das Geld zu dir?

Willkommen in einem Thema, das auf den ersten Blick simpel klingt und sich beim näheren Hinschauen als erstaunlich vielschichtig entpuppt. Denn die Frage „Wie verkaufe ich mein eBook?“ ist im Grunde drei Fragen auf einmal: Über welche Plattform? Mit welchem Zahlungsanbieter? Und wer übernimmt was?

Ich habe das in den letzten Jahren selbst durchgespielt – mit meinen Jakobsweg-eBooks, die ich über verschiedene Wege verkauft habe. In diesem Artikel teile ich, was ich dabei gelernt habe, und stelle dir die wichtigsten Optionen vor, damit du nicht dieselben Umwege gehen musst wie ich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für den Start reicht ein einfacher Zahlungsanbieter ohne monatliche Fixkosten
  • Das Reseller-Modell spart Bürokratie, kostet aber mehr pro Verkauf
  • Mein persönlicher Favorit ist Digistore24 – mit Begründung weiter unten
  • Wer international verkauft oder auf Einfachheit setzt, hat mit Gumroad oder Tentary gute Alternativen
  • Der Direktverkauf via PayPal ist möglich, aber auf Dauer mühsam

 

Kurz vorab: Was ein Zahlungsabwickler eigentlich tut

Bevor wir in die einzelnen Anbieter einsteigen, kurz zur Begriffsklärung – weil hier viel durcheinander geworfen wird.

Ein Zahlungsabwickler nimmt das Geld deines Käufers entgegen und leitet es (abzüglich Gebühren) an dich weiter. Das klingt trivial, ist aber in der Praxis eine ganze Menge: Rechnungserstellung, Mehrwertsteuer, Widerrufsrecht, verschiedene Zahlungsmethoden (Kreditkarte, PayPal, Klarna, SEPA…), Rückbuchungen, Datenschutz. Wer das alles selbst regeln will, braucht Zeit, Nerven und vermutlich einen Steuerberater.

Die meisten Anbieter, die ich dir hier vorstelle, übernehmen das – entweder im sogenannten Reseller-Modell (der Anbieter ist rechtlich der Verkäufer, du bekommst deinen Anteil ausgezahlt) oder als reiner technischer Zahlungsdienstleister, bei dem du selbst der Verkäufer bleibst und mehr Eigenverantwortung trägst.

Den Unterschied hatten wir schon im Artikel über Kursplattformen – aber er gilt genauso für eBooks.

Ich helfe dir gerne mit meiner Erfahrung aus über 10 Jahren im Verkauf von Onlinekursen, eBooks und digitalen Infoprodukten. Meine größten Learnings und Tipps vermittle ich in meinen Onlinekursen:

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Die Optionen im Überblick

Digistore24 – mein Favorit

Digistore24 ist der bekannteste deutsche Anbieter für den Verkauf digitaler Produkte – und ich nutze ihn selbst seit Jahren für meine Jakobsweg-eBooks. Das spricht aus meiner Sicht für sich.

Was gut funktioniert: Digistore24 arbeitet im Reseller-Modell. Das bedeutet: Der Anbieter übernimmt Rechnungserstellung, Steuerabführung (auch ins Ausland), Widerrufsrecht und Zahlungsabwicklung. Du richtest dein Produkt ein, bekommst einen Bestelllink und erhältst regelmäßige Auszahlungen. Für die Buchhaltung landet nur eine Sammelabrechnung pro Auszahlungszeitraum bei dir – kein Einzelbeleg pro Verkauf.

Dazu kommt: Digistore24 hat einen eigenen Affiliate-Marktplatz. Das heißt, andere können dein eBook gegen Provision bewerben – ohne dass du selbst aktiv werden musst. Das ist ein echter Multiplikator, besonders wenn dein Thema eine aktive Affiliate-Community hat.

Die Integration mit WordPress-Plugins wie Digimember läuft ebenfalls reibungslos – was für alle relevant ist, die ihre Kurse oder Mitgliedsbereiche auf der eigenen Website hosten.

Was weniger gut ist: Die Gebühren sind nicht günstig. Pro Verkauf fallen 7,9 % + 1 Euro an – bei günstigeren eBooks unter 20 Euro knabbert das spürbar an der Marge. Bei höherpreisigen Produkten über 400 Euro sinkt die Gebühr auf 4,9 % + 1 Euro. Und die Benutzeroberfläche von Digistore24 ist ehrlich gesagt nicht die schönste – man braucht ein bisschen Einarbeitungszeit.

Keine monatliche Grundgebühr – du zahlst nur, wenn du verkaufst.

Mein Fazit: Für den deutschsprachigen Markt, wer Wert auf Rechtssicherheit, Affiliate-Möglichkeiten und Verlässlichkeit legt, ist Digistore24 schwer zu schlagen. Ich nutze es selbst und bin zufrieden.


CopeCart – die günstigere Alternative aus Deutschland

CopeCart ist Digistore24 strukturell sehr ähnlich – ebenfalls deutsches Unternehmen, ebenfalls Reseller-Modell, ebenfalls kein monatlicher Fixpreis. Der größte Unterschied: Die Gebühren liegen bei 4,9 % + 1 Euro pro Verkauf, also spürbar niedriger als bei Digistore24.

Was gut funktioniert: Günstigere Transaktionskosten, modernere Benutzeroberfläche, schnelle Einrichtung. Auch Order Bumps und Upsells sind möglich, was beim eBook-Verkauf mit Zusatzprodukten (z.B. Workbook, Kurs) relevant wird.

Was weniger gut ist: CopeCart ist noch nicht so lange auf dem Markt wie Digistore24 und hat einen kleineren Affiliate-Marktplatz. Wer also stark auf externe Affiliates setzt, findet bei Digistore24 mehr potenzielle Partner.

Wenn die Affiliate-Komponente für dich weniger wichtig ist und du vor allem Kosten sparen willst, ist CopeCart eine ernsthafte Alternative.


Tentary – der aufgeräumte deutsche Newcomer

Tentary ist ein jüngerer deutscher Anbieter, der speziell auf den Verkauf digitaler Produkte ausgerichtet ist – eBooks, PDFs, Workbooks, Audiodateien. Die Plattform liegt auf EU-Servern, ist DSGVO-konform und übernimmt Zahlung, Rechnungsstellung und automatische Download-Auslieferung.

Was besonders gut ist: Tentary kennt den ermäßigten Steuersatz für digitale Bücher (7 % statt 19 %) und rechnet ihn automatisch korrekt ab – ein Detail, das in der Praxis wichtig ist und bei vielen anderen Tools fehlt. Außerdem gibt es eine Vorschau-Funktion, mit der Käufer ein kostenloses Kapitel direkt auf der Verkaufsseite lesen können. Das ist für eBooks ein schönes Feature.

Die Transaktionsgebühren liegen je nach Plan zwischen 0,9 % und 2,9 % – deutlich günstiger als Digistore24. Dazu kommt aber eine monatliche Grundgebühr ab 10 Euro.

Was zu beachten ist: Tentary ist kein Reseller – du bleibst selbst rechtlich der Verkäufer und bist für AGB, Rechnungen und Steuer selbst verantwortlich. Wer das selbst regeln kann oder will, bekommt dafür die günstigsten Transaktionsgebühren im deutschsprachigen Vergleich.

Für wen geeignet: Wer eBooks und PDFs im deutschen Markt günstig verkaufen will, kein Reseller-Modell braucht und eine aufgeräumte Plattform schätzt.


Gumroad – simpel, international, bewährt

Gumroad ist eine amerikanische Plattform, die im Creator-Bereich weltweit sehr verbreitet ist. Das Konzept ist radikal einfach: Produkt hochladen, Preis festlegen, Link teilen – fertig. Keine monatliche Grundgebühr, Gebühren nur bei Verkäufen.

Was gut funktioniert: Extrem schneller Einstieg. Gumroad läuft stabil, hat ein ansprechendes Checkout-Design und unterstützt viele Zahlungsmethoden. Wer ein eBook testen möchte, ohne erst viel Infrastruktur aufzubauen, ist hier gut aufgehoben.

Was zu beachten ist: Gumroad ist kein deutsches Unternehmen. Mehrwertsteuer und Rechnungen nach deutschem Standard erfordern Eigenarbeit oder externe Tools. Außerdem ist Gumroad kein Reseller – du bist selbst der Verkäufer. Die aktuellen Transaktionsgebühren liegen bei rund 10 % – für niedrigpreisige eBooks kann das viel sein.

Für wen geeignet: Wer international verkaufen möchte, schnell starten will und die steuerliche Abwicklung selbst oder mit einem Steuerberater regelt.


SendOwl – der Spezialist für digitale Downloads

SendOwl ist ein britischer Anbieter, der sich auf die automatisierte Auslieferung digitaler Produkte spezialisiert hat. Keine eigene Checkout-Oberfläche im großen Sinne, aber eine solide Download-Automatisierung, die sich mit bestehenden Websites und Zahlungsanbietern (Stripe, PayPal) verbinden lässt.

Was gut funktioniert: Einfache Integration in vorhandene Websites. Zwei-Faktor-Sicherheit beim Download schützt deine Dateien. Unterstützt viele Zahlungsmethoden.

Was zu beachten ist: SendOwl ist kein Reseller – Rechnungen, Steuer und Widerruf liegen bei dir. Es ist eher ein technisches Werkzeug als eine vollständige Verkaufsplattform. Der Preis startet bei 9 Dollar/Monat.

Für wen geeignet: Wer bereits eine eigene Website mit Stripe oder PayPal hat und nur die Download-Auslieferung automatisieren möchte.


Sellfy – der eigene Mini-Shop

Sellfy ist eine Plattform, mit der du dir einen eigenen kleinen Online-Shop für digitale Produkte aufbaust. Du bekommst eine eigene Storefront, kannst eBooks, PDFs und andere digitale Dateien einstellen und verkaufst direkt ohne Marktplatz-Konkurrenz.

Was gut funktioniert: Eigenes Branding, übersichtliche Oberfläche, europäische Mehrwertsteuer wird korrekt berechnet. Unterstützt PayPal und Stripe.

Was zu beachten ist: Sellfy kostet ab 29 Dollar/Monat – für ein einzelnes eBook ist das verhältnismäßig viel. Außerdem kein Reseller-Modell.

Für wen geeignet: Wer mehrere digitale Produkte hat und sich einen eigenen kleinen Shop aufbauen möchte, ohne WordPress oder eine andere CMS-Lösung zu betreiben.


Payhip – kostenloser Einstieg möglich

Payhip ist ein britischer Anbieter mit einem ungewöhnlichen Preismodell: Es gibt eine kostenlose Version, die nur bei Verkäufen eine Transaktionsgebühr von 5 % erhebt. In bezahlten Plänen sinkt diese auf 2 % bzw. 0 %.

Was gut funktioniert: Sehr nierige Einstiegshürde. Unterstützt EU-Mehrwertsteuer. Direkte Download-Auslieferung nach Kauf.

Was zu beachten ist: Auch hier kein Reseller-Modell, kein deutschsprachiger Support, keine Affiliate-Infrastruktur im großen Stil.

Für wen geeignet: Wer mit minimalem Kostenrisiko testen möchte, ob das eigene eBook überhaupt Käufer findet.


Der Direktverkauf – einfachste Lösung für den Anfang

Manchmal vergessen wir die naheliegendste Option: Du kannst dein eBook auch einfach direkt verkaufen. Jemand schickt dir Geld via PayPal oder Banküberweisung, du schickst die PDF-Datei per E-Mail zurück.

Das klingt unprofessionell – und für dauerhaften Betrieb ist es das auch. Aber für den allerersten Test, ob dein Thema überhaupt Abnehmer findet, ist es vollkommen legitim. Kein Setup, keine monatlichen Kosten, keine Einarbeitungszeit.

Sobald du merkst, dass sich das eBook regelmäßig verkauft, lohnt sich die Investition in eine richtige Infrastruktur.


Meine Empfehlung – je nach Situation

Du startest gerade und willst erst mal testen: Direktverkauf oder Payhip/Gumroad. Kein Setup-Aufwand, kaum Kosten, sofortiger Start.

Du verkaufst auf dem deutschen Markt und willst maximale Rechtssicherheit mit minimalem Buchhaltungsaufwand: Digistore24. Das Reseller-Modell nimmt dir einen Großteil der bürokratischen Last ab.

Du willst günstiger als Digistore24 und hast keine Priorität auf Affiliates: CopeCart oder Tentary – beide solide, beide günstigere Gebühren.

Du hast bereits eine WordPress-Website und möchtest möglichst viel Kontrolle behalten: WordPress + Digistore24 oder WordPress + WooCommerce mit Stripe/PayPal.

FAQ: Häufige Fragen zum eBook-Verkauf

Brauche ich eine ISBN, um ein eBook zu verkaufen? Nein – für den Direktverkauf über die eigene Website oder einen Zahlungsanbieter wie Digistore24 oder Gumroad brauchst du keine ISBN. Eine ISBN ist nur nötig, wenn du dein eBook im klassischen Buchhandel oder auf Plattformen wie Amazon Kindle vertreiben möchtest.

Was kostet mich der Verkauf eines eBooks über Digistore24? Pro Verkauf fallen 7,9 % + 1 Euro Transaktionsgebühr an. Bei einem eBook für 19,90 Euro wären das rund 2,57 Euro – du bekommst also etwa 17,33 Euro ausgezahlt (vor Steuer). Bei Produkten über 400 Euro sinkt die Gebühr auf 4,9 % + 1 Euro.

Was ist der Vorteil des Reseller-Modells gegenüber dem Direktverkauf? Im Reseller-Modell übernimmt der Anbieter (z.B. Digistore24) die komplette Abwicklung: Rechnungserstellung, Mehrwertsteuer, Widerrufsrecht, Steuerabführung ins Ausland. Du bekommst eine Sammelabrechnung statt hundert Einzelbelege. Das spart Zeit und reduziert das Risiko von Fehlern in der Buchhaltung – kostet aber mehr pro Verkauf.

Kann ich mein eBook gleichzeitig über mehrere Plattformen verkaufen? Grundsätzlich ja, sofern du keine Exklusivverträge abgeschlossen hast (was bei den meisten hier genannten Anbietern nicht der Fall ist). Aber ich würde das nicht empfehlen. Du verlierst den Überblick über Verkaufszahlen, Kundendaten und Auszahlungen – und der Mehraufwand lohnt sich selten.

Wie wird die Mehrwertsteuer beim eBook-Verkauf gehandhabt? eBooks gelten in Deutschland als digitale Dienstleistungen und unterliegen seit 2020 dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Allerdings gelten beim Verkauf in andere EU-Länder die jeweiligen Steuersätze des Käuferlandes. Im Reseller-Modell übernimmt der Anbieter diese Abführung automatisch – beim Direktverkauf bist du selbst verantwortlich. Tentary ist einer der wenigen Anbieter, der den ermäßigten Satz für eBooks automatisch korrekt anwendet.

Kann ich als Kleinunternehmer überhaupt ein eBook über Digistore24 verkaufen? Ja. Kleinunternehmer können Digistore24 nutzen – allerdings gibt es bei der Steuerabwicklung im Reseller-Modell Besonderheiten. Ich empfehle, das vorab mit einem Steuerberater zu klären. Digistore24 selbst gibt dazu auch Hinweise in der eigenen Dokumentation.

Welcher Anbieter ist am günstigsten? Das kommt auf dein Verkaufsvolumen an. Payhip hat keinen Fixpreis und startet bei 5 % Transaktionsgebühr. CopeCart kostet 4,9 % + 1 Euro ohne Monatsgebühr. Tentary hat niedrigere Transaktionsgebühren (ab 0,9 %), dafür eine Monatsgebühr. Wer viel verkauft, fährt mit Tentary oft günstiger – wer wenig verkauft, spart mit CopeCart oder Payhip.

Jetzt starten – die folgenden Onlinekurse von mir helfen dir dabei:

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Redakteur: Christoph Erkens
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